Selbstverantwortung und Partizipation: Jedes Programm oder Projekt kommt nur dann zum Tragen wenn die begünstigten Menschen und die örtlichen Behörden von Anfang an in die Realisierung einbezogen werden. Sowohl der Kindergarten als auch die Basis-Gesundheitsstation sind auf das ausdrückliche Ersuchen der lokalen Bevölkerung hin errichtet worden. Wir sind überzeugt, dass der aktive und freiwillige Einsatz der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung für die Nachhaltigkeit eines Projekts darstellt. Die Menschen vor Ort müssen in die Verantwortung einbezogen werden und lernen, zum Anvertrauten Sorge zu tragen. Einige Beispiele:

Als Beitrag an den Bau des Kindergartens und der Basis-Gesundheitsstation schleppten die jungen Männer der beiden Dorfgemeinschaften sämtliches sperriges Baumaterial, das nicht auf Saumtiere geladen werden konnte, freiwillig 6-8 Wegstunden vom Tal ins Bergland.

Die Patienten der Basis-Gesundheitsstation zahlen einen kleinen Beitrag an den Behandlungs- und Medikamentenkosten.

Selbstverantwortung und Partizipation kommen auch in der Ausbildungspraxis für das Lehr- und Pflegepersonal zum Tragen. Alle, die auf unsere Kosten eine Ausbildung genossen haben, verpflichten sich, während einer abgemachten Zeitspanne für unsere Projekte zu arbeiten, selbstverständlich zu einem gerechtem Lohn.

Wir setzen auf die kontinuierliche Weiterbildung unseres Personals und auf die Förderung seiner fachlichen und sozialen Kompetenz. Die fähigsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vermehrt in die Projektverantwortung einbezogen und dementsprechend besser entlöhnt.


Selbstverständlich gelten diese Leitprinzipien auch für die Projektverantwortlichen von SAED ETIOPIA. Partizipation verstehen wir als Dialog auf gleicher Augenhöhe mit unseren äthiopischen Partnern, als einen offenen Lernprozess, der von beiden Seiten viel Respekt, Geduld und Ausdauer verlangt. Wir nehmen die Verantwortung für die nachhaltige Weiterführung der Projekte sehr ernst und gehen sorgfältig mit den anvertrauten Spendengeldern um. Da alle SAED-Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, können wir die Verwaltungskosten sehr gering halten. Mindestens einmal pro Jahr statten wir den Projekten einen mehrtägigen Besuch ab. Selbstverständlich zahlen alle, die an einer Projektreise teilnehmen, ihre Reisekosten selber. Nach jedem Besuch verfassen wir einen detaillierten Projektbericht und einmal jährlich, anlässlich der Generalversammlung legen wir unsern Vereinsmitgliedern eine Jahresbilanz vor.

 

Empowerment: Wir messen der Stärkung des individuellen und gesellschaftlichen Selbstbewusstseins der Frauen und der Frauenförderung sehr viel Gewicht bei. Für die Ausbildung unseres Lehr- und Pflegepersonals bevorzugen wir, wenn immer möglich, Mädchen aus dem Einzugsgebiet unserer Projekte. Diese ausgebildeten jungen Frauen werden für alle heranwachsenden Mädchen ein wichtiges Vorbild sein. Viele Mädchen werden begreifen, dass sich die Anstrengung in die Schule zu gehen wirklich lohnt und es eine Alternative gibt zu einer Frühheirat.


Im Rahmen der geplanten Programme für Gesundheitsprävention werden wir viel mit Frauengruppen arbeiten. Den Frauen soll bewusst werden, dass ihre Rolle als Frau und Mutter grosse Wertschätzung verdient, dass sie Rechte und Pflichten haben, dass sie Fähigkeiten und Talente besitzen, die sie entdecken und entwickeln können.

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